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Streit um das Kitesurfen an der Kugelbake in Cuxhaven

Vor rund 20 Jahren wurde der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer begründet und bereits zur damaligen Zeit hatten viele Anlieger Bedenken, dass das Naturschutzgebiet sich nicht mit dem Tourismus oder der Landwirtschaft vertrüge. Bisher verlief die Konkurrenz zwischen Naturschützern und Anliegern doch zumeist im beidseitigen Einverständnis und daher problemfrei und rücksichtsvoll, in Bezug auf das Kitesurfen hat sich dies vor kurzem jedoch geändert.

Denn der BUND, der größte Umweltverband Deutschlands, hat die befristete Ausnahmegenehmigung für das Kiten im Wattenmeer im Bereich der Kugelbake aufgehoben. Aus Naturschutzgründen wurde die gesamte Kite-Fläche dabei reduziert, sodass nur noch ein Revier vor Cuxhaven erlaubt sein sollte und zwar Sahlenburg. Seit dem Osterwochenende kontrollierte daher fortan die Wasserschutzpolizei, um die Einhaltung des Verbots zu gewährleisten und viele Kiter wurden wieder unverrichteter Dinge nach Hause geschickt.

Hintergrund

Das Kiten im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist grundsätzlich verboten, dieser Entschluss basiert auf der Rechtsgrundlage des vom Niedersächsischen Landtag beschlossenen Nationalgesetzes, welches besagt, dass Kiter eine weiträumige Scheuchwirkung auf Brut- und Zugvögel ausüben. Denn die Vögel nehmen die großen Lenkdrachen instinktiv als Greifvögel wahr. Allerdings hat die Nationalparkverwaltung die Möglichkeit, dieses grundsätzliche Verbot durch bestimmte Befreiungen zu strecken, sofern regionale Befreiungen davon betroffen sind.

Protestbewegung auf Facebook

Innerhalb kürzester Zeit formierte sich daraufhin ein Protest, der vornehmlich auf Facebook organisiert wurde und schnell über 4000 Unterstützer fand. Und das aus gutem Grund, denn der Kite-Spot ist nicht nur bei Einheimischen beliebt, sondern lockt Sportler auch vielfach von außerhalb zu sich. Auch aus wirtschaftlichen Gründen ist die Schließung des zweiten Cuxhavener Spots also bedauerlich, zumal die zweite noch nutzbare Kitezone doch eher ungeeignet sei. Insbesondere bei Ost-Wind ist das Kiten dort kaum möglich, denn die Sportler kommen einfach nicht mehr ans Ufer zurück. Gerade die Kiteschulen bangen um ihre Existenz, aber auch Passanten und Anwohner finden es laut Radio Bremen schade, dass die Sportler mit ihren bunten Schirmen vom Himmel verschwunden sind. Friedliche Demonstrationen, Unterschriftensammlungen und etliche Gespräche zwischen den Verantwortlichen später kam es so schließlich zu einem Kompromiss.

Erfolg für die Kiter!

Seit Mitte Mai ist das Kiten an der Kugelbake in Cuxhaven daher wieder erlaubt, denn Naturschützer, Tourismusmanager, Nationalparkverwaltung und der Cuxhavener Oberbürgermeister Getsch einigten sich darauf, die Kugelbake wieder zu eröffnen, die dortigen Areale jedoch einzugrenzen. Zudem soll das Surfen zeitlich eingeschränkt werden. Darüber hinaus wird im Winter lediglich am Standort Sahlenburg eine Ausübung des Sports möglich sein, denn die Kugelbake soll dann aus Gründen des Vogelzuges vom 01. November bis 31. März geschlossen werden.

Siehe auch:

http://www.nationalpark-wattenmeer.de/nds/service/presse/mitteilungen/loesung-fuer-kitesurf-spots-cuxhaven-gefunden-2466

Autorin: Denise Orlean (Google+ Profil)