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Kitesurfen auf dem Zürichsee endlich erlaubt

Lange hatten Kitesurfer sich darüber beklagt, dass der Zürichsee in der Schweiz zwar für Windsurfer zugänglich ist, dass man aber auf ihm nicht kiten darf. Der Kanton Zürich hat sich endlich erweichen lassen. Seit Februar 2015 ist das Kitesurfen auf dem Zürichsee in der Schweizer Großstadt Zürich erlaubt.

Der lange Weg zur Entscheidung

Im Juli 2014 eröffnete die für den Züricher Kanton verantwortliche Sicherheitsdiskretion das Vernehmlassungsverfahren zur Aufhebung des Kitesurfverbots, das den Zürichsee bisher zur Tabuzone gemacht hatte. Anlass dazu war ein vorangegangener Entscheid des Schweizer Bundesrats, das allgemeine, seit 15 Jahren geltende Verbot aufzuheben. Es wurde vorgeschlagen, ab Mitte Februar 2015 die Kitesurfer mit denselben Rechten zu bedenken wie die Windsurfer. Im August übermittelte der Kitesurf Club Schweiz, der natürlich ein Wörtchen mitzureden hat, seine Stellungnahme dazu. Die Kitegenossen sprachen sich für das Gleichstellen des Kite- und Windsurfens aus, gaben dabei jedoch auch an, dass sie gern noch einen Schritt weiter gehen würden. Demnach wäre es sinnvoll, wenn der gesamte Zürichsee mitsamt dem unteren Seebecken, rund um die Schifffahrts-Anlegestellen sowie um die Inseln Lützelau und Ufenau, freigegeben würde. Im gleichen Zuge gab man jedoch zu, dass dies sich aufgrund der meteorologischen und topografischen Voraussetzungen in der Praxis nur schwer umsetzen lassen würde.

So einigte sich man letztes Jahr darauf, das Kitesurfen auf dem Zürichsee auf die windigsten Bereiche zu beschränken und es den Windsurfern gleichzutun. Dieselben Fahrverbote sollen für alle Arten des Segelsports, also auch für das Kitesurfing, gelten. Um die Chancen auf eine Aufhebung des Verbots zu erhöhen, erklärte sich der Kitesurf Club Schweiz dazu bereit, auf der Webseite der Kitegenossenschaft eine Stelle einzurichten, die dem Melden von Verstößen gegen die Zonen und Vorschriften dient. So soll die Nummertragpflicht vermieden werden und zudem deutlich gemacht werden, dass eine staatliche Kontrolle unnötig ist. Im November 2014 wurde all dem zugestimmt, da es sich beim Zürichsee nicht um ein Naturschutzgebiet handle und das Kitesurfen eng mit dem Windsurfen verbunden sei. In Kraft trat die Verordnungsänderung für das Binnenschifffahrtgesetz am 1. März 2015.

Der Zürichsee, das neue Highlight für Kitesurfer

Der im deutschsprachigen Teil der Schweiz bei der Stadt Zürich gelegene Zürichsee ist bei Windsurfern bereits recht beliebt und bietet auch Kitesurfern eine schöne Herausforderung. Das untere Seebecken ausgenommen ist er nun zugänglich, wobei noch auf die öffentlichen Angaben zur Verkehrssicherheit gewartet wird. Der längliche, bananenförmige See besitzt eine Länge von etwa 28 km bzw. über 40 km (mit dem Obersee). Die tiefste Stelle ist mehr als 130 m tief, und die größte Breite beträgt knapp 3,8 km.

Es ist zu erwarten, dass vor allem die Schweizer selbst den Zürichsee für sich entdecken werden, denn die Mehrheit der Kitesurfer aus der Schweiz stammt aus dem Kanton Zürich. Dabei bleibt abzuwarten, wie reizvoll und spaßig das Surfen auf dem Zürcher See ist, denn im Grunde sprechen verbaute Uferzonen und weniger vorteilhafte Windbedingungen gegen das nun zugängliche Revier. Der Kitestart vom Boot aus ist problemlos möglich, nicht so aber der natürliche Start vom Ufer aus. Es ist noch unklar, ob sich in dieser Hinsicht nach Inkrafttreten der Erlaubnis etwas ändern wird.

Autorin: Devika Fernando (Google+ Profil)
Bildquelle: (cc) Ronile – pixabay.com