Neueste Nachrichten: Die Debatte „Kiten oder Vogelschutz“ hat einen Sieger

Neueste Nachrichten: Die Debatte „Kiten oder Vogelschutz“ hat einen Sieger

kitesurfing

Ende 2015 machten der Kitesport auf eine Weise in Deutschland Nachrichten, die manche als Grund zur Sorge ansahen: Die Landesregierung Schleswig-Holsteins zog es in Betracht, das Kiten an der Nordsee und Ostsee stark einzuschränken. Sogar von einem Verbot war in den Medien die Rede. Doch im Februar 2016 war es beschlossene Sache: Ein Verbot wird es nicht geben, und Kiten an der norddeutschen Küste wird weiterhin möglich und reizvoll sein.

Der Hintergrund: Ein Blick zurück

Im Dezember 2015 wurde in den Medien – u. a. in der LN Online – darüber berichtet, dass das Land Schleswig-Holstein einige Küstenzonen für Wassersportler, allen voran für Kitesurfer, sperren wolle, um für mehr Vogelschutz zu sorgen. So plane man, an der Westküste den Nationalpark Wattenmeer komplett für Kiter zu sperren und neun verschiedene Küstenabschnitte zwischen Fehmarn und Flensburg ebenfalls zur Tabuzone für Kitesportler zu erklären. Der Holsteiner Umweltminister Robert Habeck (Grüne) wurde jedoch sowohl vonseiten der Wassersport-Szene als auch vonseiten der CDU für seine Haltung kritisiert. Man ließ verlauten, er sei ein „Erfüllungsgehilfe der Naturschutzverbände„, da allen voran WWF, BUND und NABU seit mehreren Jahren den Kitesport und seine (angebliche) Auswirkung auf die Umwelt im Blick hatten. Das Argument der Umweltschutzverbände basiert darauf, dass die Lenkdrachen der Kites von Seevögeln als Greifvögel wahrgenommen werden und sie erschrecken würden. Dies wiederum könne im Ernstfall zum Auflösen von Vogelkolonien und zu Störungen bei der Brut führen. Kitesportler, Kiteschulen-Betreiber und Befürworter des Wassersports hingegen vertreten die Meinung, die Kiter würden kaum in der Nähe von Vogelbrutplätzen aktiv sein oder in solchen Massen und Häufigkeiten surfen, dass dadurch wirkliche Schäden entstünden. Zudem bedauerten sie, dass die vorgeschlagenen Sperrzonen genau jene Gebiete umfassen, die für Einsteiger und Kite-Schüler ideal sind. Habeck sagte daraufhin aus, er wolle keinesfalls den Sport komplett unterbinden und werde sich auf bestimmte Naturschutzgebiete beschränken. Er verwies des Weiteren darauf, dass schon in den Jahren 2009 und 2011 ähnliche Warnungen ausgesprochen und mit den Kite-Verbänden einvernehmliche Gespräche geführt worden waren.

Der aktuelle Stand: kein Verbot

Mitte Februar 2016 ließ Umweltminister Robert Habeck eine klare Aussage in den Medien verbreiten, nachdem er sich in Kiel mit circa 20 Vertretern der Kite-Industrie, der Wassersportschulen und der Surfverbände getroffen hatte: „Wo heute gekitet wird, wird auch in Zukunft gekitet.“ (NRD Online) Der Dachverband der Kiter, Global Kitesports Association, war bei dem über zwei Stunden dauernden Treffen in der Form von Jörgen Vogt vertreten. Dieser zeigte sich nach dem Gespräch zuversichtlich. Ein Verbot sei komplett ad acta gelegt worden, wobei davon auszugehen sei, dass man zukünftig um Schutzzonen bzw. Sperrzonen nicht herumkommen werde. Minister Habeck bestätigte dies und informierte die Medien darüber, dass derzeit überlegt werde, wie man ohne ein Verbot den Kitesport und Vogelschutz im Nationalpark Wattenmeer regeln könne. Man erhoffe sich hierfür eine neue Regelung vonseiten des Umweltministeriums. Sicher sei bisher, dass in St. Peter-Ording sowie an den großen Stränden vor den Inseln der Nordsee weiterhin gekitet werden darf. Kite-Revieren wolle man in Zukunft eine eigene Berechtigung verleihen, um sie mit dem Naturschutz gleichgewichtig zu machen. Das Ziel sei es laut Habeck, im Wattenmeer „naturschutzfachlich geeignete Kite-Gebiete“ einzurichten.

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