Kitesurfen: Wie hoch ist die Verletzungsgefahr?

Kitesurfen: Wie hoch ist die Verletzungsgefahr?

Kitesurfen

Wie dies bei Sport im Allgemeinen und Extremsportarten im Besonderen häufig zu beobachten ist, gehen auch beim Kitesurfing die Meinungen zur Sicherheit auseinander: Während begeisterte Kitesurfer behaupten, die Verletzungsgefahr sei gering, sind andere der Ansicht, es bestehe ein hohes Risiko. Hier ein paar Fakten, die ein objektives Licht auf die Thematik werfen.

Hohes Risiko?

Ein Artikel auf der Webseite von OPED wirft einen Blick auf mehrere Trendsportarten, die theoretisch als gefährlich eingestuft werden. Zu den Risiken werden allgemein gezählt, dass die Sportler zur jüngeren und wagemutigen Generation gehören und dass die Sturzgefahr – die Knochenbrüche nach sich zieht – groß ist. Im Hinblick auf das Kitesurfen führt OPED an, dass ein Mangel an Erfahrung oder Unterschätzen der Windbedingungen zu Stürzen aus teilweise großen Höhen führen mag. Schädelfrakturen sowie Trümmerbrüche im Bein- und Kniebereich werden als “keine Seltenheit” bezeichnet. Des Weiteren stelle das Kiteboard mit den scharfen Kanten ein Verletzungsrisiko dar.

Typische Verletzungen beim Kitesport

Einige Sportverletzungen lassen sich beim Kitesurfen häufiger beobachten als andere:

  • Ein Aufprall-Unfall beim Starten und Landen kann Kopfverletzungen wie eine Gehirnerschütterung oder eine Platzwunde verursachen.
  • Fuß- und Beinverletzungen treten auf, wenn bei einem Sturz die Füße nicht rechtzeitig aus der Schlaufe am Brett gelöst werden.
  • Der Schulter- und Armbereich ist betroffen, da man den Kitedrachen gezielt und unter Kraftausübung lenken muss. Sehnen- und Muskelrisse sind aufgrund der Zugbelastung denkbar.
  • Eher selten sind Verletzungen im Rumpfbereich bzw. an den Wirbeln, die durch gewagte Manöver und ruckartige Rotation entstehen.

Letztendlich gibt es auf die Frage “Wie gefährlich ist Kitesurfen?” keine eindeutige Antwort, da viele Faktoren sich auf das Verletzungsrisiko auswirken.

Alles eine Frage von Können und Vorbeugung?

Experten schließen nicht aus, dass es beim Kitesurfen – wie bei anderen Wassersportarten – zu Unfällen und Verletzungen kommen kann. Sie weisen jedoch darauf hin, dass das richtige Verhalten das Risiko deutlich minimiert. Wer beispielsweise einen Helm trägt, schützt sich gegen Kopfverletzungen; dies wird aber teilweise als störend empfunden und nur während der Anfängerphase praktiziert. Eine wirkungsvolle Methode der Risikominimierung ist die gute Vorbereitung. Kennt man sein eigenes Können und die Wind- und Wasserbedingungen des Kitespots und ist man gut trainiert, ist die Verletzungsgefahr geringer. Speziell die Armmuskeln können mit Übungen trainiert werden und auch eine gute Körperspannung ist von Vorteil. Des Weiteren sollte die Schlaufe am Board so eingestellt werden, dass man im Notfall den Fuß problemlos lösen kann. Der Neoprenanzug lässt sich mit einer Prallschutzweste kombinieren, um den Körper beim Aufprall auf das Wasser zu schützen.

Profis raten dazu, den Umgang mit dem Schirm so lange zu üben, bis man beinahe automatisch reagiert. Weiß man, wie der Lenkdrachen sich bei welchem Wind verhält und wie man ihn kontrolliert, ist man Herr der Situation und läuft nicht Gefahr, überrascht zu werden und zu stürzen. Leichtsinn hat auf dem Wasser nichts verloren und blinder Adrenalinrausch ebenso wenig. Es ist wichtig, erst sein Handwerk zu erlernen und dann mehr zu wagen. Viele Kiteschulen veröffentlichen Sicherheitsregeln. Zu diesen gehören u. a. die Ratschläge, volle Strände und zu starken Wind zu meiden, niemals allein zu kiten und immer die Safetyleash anzulegen.

Bildquelle: 3394321715 Henning Leweke – Flickr.com (Bestimmte Rechte vorbehalten)