Kitesurfen: Kitesurf-Disziplinen im Überblick

Kitesurfen: Kitesurf-Disziplinen im Überblick

Kite-Race

Manch einer mag der Meinung sein, Kitesurfen biete aufgrund der besonderen Gegebenheiten und Ausrüstung nur wenig Spielraum für Kreativität, Wettkämpfe und Experimente, doch genau das Gegenteil ist der Fall. Es gibt überraschend viele Disziplinen beim Kitesurfen, die man erlernen und ausprobieren sowie bei Veranstaltungen und Tournieren austragen kann. Hier gibt es einen kurzen Überblick über die bekanntesten Kitesurf-Disziplinen.

Gruppe 1: die offiziell anerkannten Wettkampf-Disziplinen im Kitesurfen

Bei Weltmeisterschaften und anderen Wettkämpfen wie z. B. bei der Kite Trophy werden drei Disziplinen anerkannt: Freestyle, Kite-Race und Kite-Cross. Die letzteren beiden Fahrarten werden auch als Speed-Disziplinen bzw. Speed-Kiten zusammengefasst. Der englische Begriff Speed legt nahe, worum es geht: Geschwindigkeit ist das A und O. Es werden Wettrennen ausgetragen, bei denen der schnellste Kitesurfer gewinnt. Das gilt in erster Linie für Kite-Race, auch nur Race genannt. Bei der Disziplin Kite-Cross bzw. Cross wird das Ganze durch Hindernisse erschwert, die es zu überwinden gilt. Während also beim Race eine flache, meist gerade Strecke genutzt wird, bei der man unter idealer Nutzung der Wind- und Wasserbedingungen so schnell wie möglich vom Startpunkt zum Ziel kommen muss, hat man beim Boardercross auch technisches Geschick zu beweisen. Beim Kite-Racing kommen Race-Boards zum Einsatz, die extra auf die hohen Geschwindigkeiten bei den Kite-Rennen zugeschnitten sind. Beim Raceboard, das von der Form an ein Windsurfbrett erinnert, handelt es sich um ein Directional Board aus einem Material, das einen starken Auftrieb bietet, wobei es mit Heckfinnen ausgestattet ist.

Freestyle oder Freeride hebt sich davon ab, denn hier geht es nicht um die Schnelligkeit und einen Parcours, sondern um Kunststücke und Sprünge, die von den Punktrichtern bewertet werden. Generell versuchen die Teilnehmer, bei den Sprüngen so hoch wie möglich hinauszukommen, doch sowohl die Sprunghöhe als auch die Sprungweite wird bewertet. Dieser Wettkampf wird als Königsdisziplin angesehen und setzt einen wirklich professionellen bis gewagten Umgang mit dem Kite voraus. Jede Disziplin verfügt hierbei über bestimmte Regeln und entsprechende Ausrüstung. Bei Kite-Tests kann man sich darüber informieren, für welche Disziplinen sich das Board oder der Drachen wie gut eignet.

Gruppe 2: Fahrstile für die Freizeit

Abgesehen von den Wettkampfdisziplinen beim Kitesurfen gibt es noch Disziplinen beim Kiten im nicht professionellen Rahmen. Waveriding ist ein gutes Beispiel hierfür, dabei geht es um das geschickte Wellenreiten. Man nutzt für dieses Kiten bei Wellengang statt flachem, ruhigem Wasser ein Waveboard, das wie ein kleineres Surfboard konzipiert ist. Eine verstärkte Mitte zeichnet die Boards aus, denn bei der Disziplin Wave sind ziemlich hohe Belastungen zu beobachten. Die Disziplin erfordert Geschick, denn man muss mit einem Fußwechsel das Board beim Wenden drehen. Eine weitere Stilart ist Kiteloop, wobei man genau genommen eher von einem Manöver als von einer wirklichen Disziplin sprechen sollte. Man meint damit Loopings (Ritterberg), die vom Kiter in der Luft ausgeführt werden und gemeinsam mit den Sprüngen zum Freestyle gezählt werden. Wakestyle ist eine Kombination aus Wakeboarding und Kitesurfen. Der Surfer verlässt sich hierbei nicht auf den Kite-Drachen, sondern auf ein ihn ziehendes Boot und vollführt Kunststücke und Sprünge wie beim Freestyle. Gesprungen wird ohne Kiteunterstützung, also Unhooked. Kurze, häufig verstärkte Boards mit festen Bindungen werden hierfür bevorzugt.

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